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Geschichte

Von einer Wohngemeinschaft zum katholischen Privatgymnasium

21. Jahrhundert

2006

So wie einige Jahre zuvor der Westtrakt saniert wurde, so wird nun der Osttrakt, der das Gymnasium beherbergt, saniert und modernisiert. Ein völlig neues Raumkonzept schafft die Basis für einen zukunftsorientierten Unterricht und Bildungsweg am EB Privatgymnasium Borromäum.

2002

Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung ist der Internatstrakt in der vorliegenden Größe und Ausstattung nicht mehr zeitgemäß. Die Erzdiözese entschließt sich daher den Westtrakt einer neuen Nutzung zuzuführen: Zahlreiche, bisher über die ganze Stadt Salzburg verstreute, Institute und Referate der Erzdiözese werden "unter einem Dach" zusammengezogen. Dazu wird dieser Trakt des nahezu 100 Jahre alten Gebäudes saniert, modernisiert und adaptiert: es entsteht das Bildungszentrum Borromäum. Zudem beherbergt dieser Teil des Gebäudes die neue schulische Tagesbetreuung (früher "Halbtagsinternat") und Gästezimmer des Bildungszentrums Borromäum.

20. Jahrhundert

1950

Es kommt zu zahlreichen Sanierungsmaßnahmen und Neubauten, zB Fest- und Theatersaal (1953/54), Turnhalle und Neubauklassen (1967/77), Sportanlage (1999/2000) etc.

1946

Am 10.10. eröffnet das Borromäum wieder seinen Schul- und Internatsbetrieb im Stammhaus in Parsch.

1945

Das Ende des Krieges ist da; das Haus in Parsch - wie durch ein Wunder - von Bomben verschont geblieben. Es ist jedoch völlig geplündert und wird von den Besatzungstruppen genutzt. Daher wird der Unterrichtsbetrieb zunächst wieder in St. Rupert (Bischofshofen) aufgenommen.

1939

Das vorläufige Ende ist gekommen. Das "Gymnasium im Exil" muss unter dem großen Druck der nationalsozialistischen Machthaber geschlossen erden. Das "Fürsterzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum in St. Rupert" - so die damals offizielle Bezeichnung - wird in die "NS-Erziehungsanstalt Kreuzberg" umgewandelt.

1938

Der Kirchenkampf der Nationalsozialisten und der damit verbundene Antiklerikalismus wendet sich besonders gegen die katholischen Privatschulen - auch das Borromäum ist davon betroffen. Es kommt zu sukzessiven Beschneidungen - räumlich, personell und finanziell. Am Ende steht die Enteignung. Das Gymnasium übersiedelt nach Bischofshofen (etwa 50km südlich von der Stadt Salzburg) ins dort bestehende Privatgymnasium St. Rupert. Es ist ein Versuch "im Exil" zu überleben.

1910

Auf den Arenberggründen (Stadtteil Parsch) entsteht das neue diözesane Knabenseminar und Privatgymnasium Borromäum. Es ist viermal so groß wie das alte in der Innenstadt. Die Institutskirche beherbergt noch heute das Altarbild der alten Institutskirche, die abgerissen wurde. Das neue Haus wird am 6.7.1912 eingeweiht. Seit dieser Zeit ist das Borromäum an "seinem Platz"

19. Jahrhundert

1884

Per Erlass des K.K. Ministers für Cultus und Unterricht (ZI. 21500) wird das Öffentlichkeitsrecht auf unbestimmte Zeit verliehen.

1879

Das Öffentlichkeitsrecht wird befristet an das "Fürsterzbischöfliche Privatgymnasium Collegium Borromaeum" verliehen.

1849

Der Konvikt erhält endlich eine eigene Lehranstalt: das "Collegium Borromaeum" - zunächst noch ohne Öffentlichkeitsrecht, da nach einem von den öffentlichen Gymnasien abweichenden Lehrplan unterrichtet wird.

1847

Die nun etwa 40 Personen umfassende Gemeinschaft übersiedelt in den Graf-Lodron-Laterno-Primogentur-Palast (das heutige Mozarteum) in der Dreifaltigkeitsgasse. Die hauseigene Kirche wird dem Hl. Karl Borromäus geweiht.

1843

Das "Archiepiscopale Collegium puerorum" (Erzbischöfliches Knabenseminar) erhält die staatliche Anerkennung als "autorisiertes Privatconvict". Spendenaufrufe um die weiterhin private Unterstützung des seit 1842 Kardinal Schwarzenberg ermöglicht diesen Schritt.

1840

Die bis dahin verstreut wohnenden Buben werden zu einer Wohngemeinschaft im Berchtesgadener Hof (Posthof) in der Kaigasse bzw. Krotachgasse zusammengefasst.

1836

Der Salzburger Erzbischof Friedrich Fürst zu Schwarzenberg holt etwa 10 talentierte Buben aus den Gebirgsgauen und lässt sie in Privathäusern der Stadt Salzburg auf eigene Kosten unterbringen und verpflegen. Die Ausbildung erfolgt jedoch an verschiedenen Schulstandorten.

Hl. Karl Borromäus

Schutzpatron unseres Hauses seit 1847

Gedenktag: 4. November
letzte Ruhestätte: Mailänder Dom
Schutzpatron der Seelsorger und Seminare

Sein Leben

Als Neffe von Papst Pius IV (1499-1565 ab 1560 Papst; seine Mutter Margarete war dessen Schwester und mit dem Graf von Arona, Gilberto Borromaeo, verheiratet) aus dem Hause Medici am 2.10.1538 in Castel Aron am Lago Maggiore geboren. Bereits als Siebenjähriger erhält er die Tonsur, um ihm die Einkünfte aus der Abtei S. Gratiniano von Arona zu sichern. Mit zwölf Jahren wird er zum Abt ohne Amtsverpflichtung ernannt. Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten seiner Zeit verzichtet er auf die Einnahmen aus den Pfründen zugunsten der Armen. Mit 16 Jahren beginnt Karl Borromäus an der Universität Pavia Jura - nicht Theologie - zu studieren, das er krankheitsbedingt immer wieder unterbricht. Während dieser Unterbrechungen kümmert er sich um die Verwaltung der väterlichen Güter und die Straffung des recht komplexen Familienbesitzes.

Mit 21 Jahren schließt er summa cum laude das juristische Doktoratsexamen ab. Wenige Monate später wird sein Onkel Papst. Er holt Karl nach Rom und betraut ihn mit immer verantwortungsvolleren Ämtern. Ohne Priester zu sein, leitet Karl bereits mit 22 Jahren als päpstlicher Staatssekretär die gesamte auswärtige Staats- und Kirchenpolitik. Sein Leben am päpstlichen Hof wird von den Zeitgenossen als untadelig und makellos beschrieben; sein Eifer erregt Aufsehen, Spott und Neid.

Der plötzliche Tod seines Bruders Federico bedeutet den Wendepunkt. Karl Borromäus schreibt darüber: „Dieser Schlag ist so schrecklich, dass keine menschliche Erwägung mich trösten kann ... Mehr als sonst etwas hat dieses Ereignis mich unser Elend und die wahre Seligkeit der ewigen Heimat lebendig fühlen lassen.“ So beschließt er Priester zu werden und wird 1563 geweiht. Kurz darauf empfängt er die Bischofsweihe. 1565 wird er Kardinal und Erzbischof von Mailand. Er verzichtet auf die in seiner Zeit üblichen Annehmlichkeiten eines Hofstaates und lebt selbst in strenger Askese.

Bereits zuvor hatte er 1561 in der zum Erzbistum Mailand gehörigen Universitätsstadt Pavia das Studenteninternat Collegio Borromaeo gegründet, um vor allem ärmeren Studenten zu helfen, die nicht über ausreichende Geldmittel für einen Studienaufenthalt in Pavia verfügen.
Beim Tridentiner Konzil (1545-1563; 40 Sitzungen um auf die Lehren der Reformation zu reagieren) erwirbt er sich große Verdienste und führt die Reformmaßnahmen bei Volk und Geistlichkeit selbst durch. 1566 verlässt er Rom und verwaltet ab sofort seine Diözese Mailand persönlich. Konsequent erneuert er die Diözese: er kämpft gegen den allgemeinen Sittenverfall, sorgt für eine bessere Ausbildung der Priester, gründet Schulen, Heime und Krankenhäuser, reformiert die Verwaltung und er wehrt sich gegen die Einführung der spanischen Inquisitionsmethoden. Die dafür notwendigen Gelder steuert er privat bei - und macht dafür sogar Schulden.

Sein Engagement in der Gegenreformation und für die moralische Erneuerung der röm. kathol. Kirche stoßen auch in den eigenen Reihen auf Widerstand; insbesondere beim Mönchsorden der Humiliaten. Vier Angehörige verüben 1569 einen Mordanschlag auf den Bischof, der jedoch scheitert. Als 1570 eine große Hungersnot ausbricht, speist er monatelang täglich 3000 Arme indem es ihm gelingt, die Reichen zur Mithilfe zu bewegen. Sechs Jahre später sucht die Pest Mailand heim. Während der Stadthalter flieht, kehrt Karl Borromäus bewusst von einer Reise als päpstlicher Visitator der Schweiz heim und ergreift sofort Maßnahmen zur Bekämpfung der tödlichen Seuche. Ohne Furcht vor Ansteckung geht er persönlich zu den Kranken um Trost zu spenden und lässt neue Spitäler errichten. Die dafür nötigen Gelder erbettelt er persönlich von den Reichen.

Auf dem Höhepunkt der Seuche unternimmt er Bittgänge durch die Stadt - ein Jahr später ist die Pest gänzlich verschwunden. Von staatspolitischer Seite angefeindet, muss sich Karl Borromäus in Rom rechtfertigen, warum er den Anordnungen des Stadthalters zum Trotz „... durch seine Besuche bei Pestkranken die gesamte Stadt gefährdet“ habe. Doch der Prozess endet mit einem Freispruch. Karl Borromäus kehrt gezeichnet von den Strapazen nach Mailand zurück und widmet sich noch dem Bau des Priesterseminars in Askona. Mit 46 Jahren stirbt er am 3. November 1584 in Mailand. An seinem Grab sind zahlreiche Wunder belegt. Daher wird er bereits 1602 selig gesprochen; 1610 erhebt ihn Papst Paul V. in den Stand der Heiligen.

(verändert und ergänzt nach Erna und Hans Melchers: Das große Buch der Heiligen; Südwest-Verlag, München; 1978)